Du trägst mich

voller Vertrauen. Aquarell von Gabriele Koenigs (2025). Im Passepartout für Bilderrahmengröße 50 cm x 40 cm. Als Original erhältlich
voller Vertrauen. Aquarell von Gabriele Koenigs (2025). Im Passepartout für Bilderrahmengröße 50 cm x 40 cm. Als Original erhältlich

 

 

Johanna und Klaus sind für ein paar Tage in den Bergen. Sie haben eine aufwühlende Zeit hinter sich. Bei einer Vorsorgeuntersuchung war der Verdacht aufgekommen, Klaus könnte an Krebs erkrankt sein. Das war ein Schock für die beiden. In weiteren Untersuchungen stellte sich heraus, dass eine Operation nötig ist. Am liebsten hätten sie das schnell hinter sich gebracht. Aber das war nicht möglich. Sie mussten auf einen Operationstermin warten. Ihre Nerven lagen blank. Manchmal fühlte es sich an, als hätten sie keinen Boden unter den Füßen mehr.

 

„Wie wäre es, wenn wir noch ein paar Tage in die Berge fahren?“ So fragte Johanna eines Morgens am Frühstückstisch. Nach kurzem Zögern war Klaus einverstanden. Schnell fanden sie ein Ferienquartier. Wenige Tage später brachen sie auf.

 

Die beiden lieben die Bergwelt. Die frische Luft, die Bewegung und die Blicke aus der Höhe tun ihnen gut. Sie nehmen sich große Wanderungen vor. Im Freien picknicken ist einfach herrlich. Mit klarem Wasser aus den Quellen stillen sie ihren Durst. Manchmal kehren sie in einer Berghütte ein. Müde kehren sie abends in ihre Ferienwohnung zurück. Nach den Anstrengungen können sie gut schlafen. Schon das ist ein Segen. Endlich wieder einmal gut schlafen.

 

Bei jeder Wanderung sehen sie Gleitschirmflieger am Himmel. Sie gleiten dahin, still und friedlich, wie schwerelos. Der Wind trägt sie über die Höhen hinweg. Johanna sieht ein Sinnbild für den Glauben in ihnen. „Gott hält mich fest“, denkt sie. „Gott passt auf mich auf. Selbst dann, wenn ich keinen Boden mehr unter den Füßen habe, bin ich gehalten und getragen.“ Eine Idee keimt in ihr auf. „Ich würde so gerne einmal selbst ausprobieren, wie sich das anfühlt, in der Luft zu schweben und getragen zu sein!“ Am nächsten Tag kommen sie am Startplatz der Gleitschirmflieger vorbei. Sie schauen eine Weile zu. Johanna unterhält sich mit einem Mann, der dort arbeitet. Er betreibt eine Gleitschirmschule. Er wirkt so, als könnte man ihm vertrauen. Sie nimmt einen Prospekt von ihm mit. „Ich würde so gerne einen Flug wagen, zusammen mit diesem Mann“, sagt sie abends zu Klaus. „Wärst du einverstanden?“ „Da muss ich erst einmal drüber schlafen“, antwortet Klaus. „Eigentlich haben wir gerade schon genug Aufregendes um die Ohren!“

 

„Ich bin einverstanden“, sagt Klaus am nächsten Morgen. Johanna freut sich. Sie ruft bei der Telefonnummer auf dem Prospekt an und vereinbart einen Termin für einen Tandemflug. „Möchten Sie gleich morgen fliegen“, fragt die freundliche Dame am Telefon. Johanna zögert einen Moment. Aber dann gibt sie ihr Ja. Besser, als so lange warten und aufgeregt sein. Sie spürt eine große Vorfreude. Und sie betet: „Gott, ich möchte, dass mein Glauben an dich durch diese Erfahrung noch stärker wird. Das ist mir das Allerwichtigste. Bitte gewähre mir das! Und pass gut auf mich auf, bitte!“

 

Am nächsten Morgen klingelt das Telefon. „Wir müssen den Flug leider verschieben“, sagt die freundliche Dame. „Das Wetter ist heute nicht beständig genug.“ Johanna schluckt. „Sie scheinen wirklich verantwortungsbewusst zu sein in dieser Flugschule“, denkt sie. „Besser so, als ein unnötiges Risiko eingehen!“ Sie vereinbart einen neuen Termin.

 

Die Sonne strahlt vom Himmel, als Johanna am nächsten Tag erwacht. „Heute ist es so weit! Heute ist ein großer Tag für mich“, denkt sie. Nach einem guten Frühstück brechen sie auf. Klaus hat seine Kamera dabei. Er möchte fotografieren, während seine Frau in den Lüften schwebt. Er ist jetzt auch voller Vorfreude auf dieses besondere Erlebnis. Als die beiden an der Abflugstelle ankommen, wartet dort ein junger Mann auf sie. „Mein Chef ist heute verhindert“, sagt er. „Er hat mich beauftragt, den Flug mit Ihnen zu machen.“ Johanna ist sehr enttäuscht. Sie kommt ins Fragen, ob sie nun doch vielleicht einen Rückzieher machen soll. Sie berät sich mit Klaus. Der redet ihr gut zu. „Du wolltest das so gerne. Jetzt wage es einfach. Du bist in Gottes Hand. Dieser junge Mann hat bestimmt auch schon genug Erfahrung. Sonst hätte sein Chef ihn nicht damit beauftragt.“ Johanna atmet durch. Schließlich nickt sie. „Ich will es wirklich wagen!“

 

Der junge Mann trifft sorgfältig alle nötigen Vorbereitungen. Er gibt ihr den Helm und befestigt die Gurte und unterweist sie, wie sie sich verhalten muss. Es braucht seine Zeit. Er macht alles in Ruhe. Schließlich sagt er: „Wir sind bereit!“

 

Ein Abschiedskuss mit Klaus muss noch sein, und ein paar Aufnahmen mit der Kamera. Aber dann geht es los. „Sie müssen rennen, so schnell Sie können. So lange, bis Sie keinen Boden mehr unter den Füßen haben!“ Johanna gehorcht. Plötzlich merkt sie, dass der Boden weg ist. Sie kommen nahe an Bäumen vorbei. Aber sie steigen auf. Der Wind trägt sie in die Höhe. Ein riesengroßes Glücksgefühl ergreift sie. Sie sitzt sicher in ihren Gurten. Sie ist geborgen. Die Schönheit vor ihren Augen ist überwältigend. Sie genießt es still. Ihr Herz überschlägt sich beinahe vor Freude. „Dass ich so etwas erleben darf, das ist einfach unfassbar!“ Ihr Herz betet. „Du hast alles so wunderbar geschaffen, du großer Gott. Du bist stärker als ein Gleitschirm und der Wind. Du kannst mich tragen und halten, in allem, was geschieht. Ich vertraue auf dich.“ „Bitte hilf uns, dass Klaus wieder gesund wird. Und gib mir Kraft, ihn gut zu begleiten!“

 

Eine halbe Stunde schwebt sie mit ihrem Flugbegleiter durch die Luft. Dann wird es Zeit für die Landung. Er steuert die Landungswiese an. Schon von weitem erkennt sie ihren Mann, der dort unten auf sie wartet. Sie winken einander zu. Sanft kommt sie auf ihre Füße. Sie spürt den Boden, der sie jetzt trägt. Und sie genießt die große Umarmung mit Klaus.

 

Sehr gerne denkt Johanna an den Flug zurück. In ihrer Wohnung hängt eines der Fotos, das Klaus damals gemacht hat. Es ist schön eingerahmt. Es ruft immer wieder die Gefühle und Gedanken, die mit dem Flug verbunden waren, in ihr wach. Dies Erlebnis hat sie wirklich im Glauben gestärkt. Und Klaus ist gesund geworden. Gott sei Dank!

 

Ich freue mich, dass Johanna mir ihre Geschichte erzählt hat, und dass ich sie hier für euch und für Sie nacherzählen darf. 

Alles Liebe und Gute für Sie und für euch! 

 

Gabriele Koenigs 

 

 

P.S: Inzwischen habe ich entschieden, dass ich nochmals ein Buch veröffentliche. Es wird den Titel tragen: "Voll Wärme und Licht" und wird bis zur Ausstellung im Juli fertig sein. Diese Geschichte wird darin enthalten sein. 


Heute gibt es eine Auswahl von zwei Liedern zum Mitsingen, schön begleitet vom Klavier. Der Text wird dazu eingeblendet. 

 

"Gib uns Frieden jeden Tag"  und "Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen...".

Viel Freude beim Mitsingen! 

 

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